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Zeugnis gut – Wirklich alles gut?

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19.07.2012

 

Arbeitszeugnis

Liebe Kolleginnen und Kollegen der GDS,

in den letzten Wochen bekamen wir vermehrt Anfragen zum Thema “Arbeitszeugnis“. Wir haben nachfolgend hierzu einen kleinen Leitfaden für Euch aufbereitet.

Einige Kolleginnen und Kollegen wunderten sich in der Vergangenheit über die, ihrer Meinung nach sehr guten Arbeitszeugnisse. Bei näherer Betrachtung mussten wir feststellen, dass sich eine regelrechte Zeugnissprache entwickelt hat, die mit wohlklingenden Worten eine manchmal gar nicht so schöne Wahrheit über den Arbeitnehmer aussagt. Zeugnisse müssen wahr und Wohlwollend sein, um das berufliche Fortkommen des Arbeitnehmers nicht zu erschweren. Dies sind zwei Grundsätze, die sich nicht immer widerspruchslos vereinbaren lassen. Wie gehen Arbeitgeber in der Anwendung mit diesem Dilemma um? Die gegensätzlichen Positionen zu überbrücken zwischen Wahrheit und Wohlwollen hat in der Ausübung zu einer eigenen Zeugnissprache geführt, mit der Arbeitgeber versuchen beiden Ansprüchen gerecht zu werden.

 


Zeugnis gut – Wirklich alles gut?

 

Alle Arbeitnehmer in Deutschland haben gemäß §§ 630 BGB und 109 Abs. 1 GewO bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis.

Neben dem einfachen Arbeitszeugnis und dem qualifizierten Arbeitszeugnis gibt es auch noch das sogenannte Zwischenzeugnis. Genau genommen handelt es sich nicht um eine eigene “Art” eines Arbeitszeugnisses, sondern meistens um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, welches in der Form einer Zwischenbeurteilung erstellt wird.

Typisch für das Zwischenzeugnis ist, dass eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses – z.B. durch Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Zeitablauf - nicht unmittelbar bevorstehen muss.

Der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis kann in folgenden Fällen gegeben sein:

- Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses für lange Zeit (mehr als 1 Jahr)
- Wechsel des Vorgesetzten
- außerbetriebliche Bewerbung
- bevorstehender Betriebsübergang
- Einberufung zum Wehr- oder Zivildienst
- Beantragung der Elternzeit
- Eröffnung des Insolvenzverfahrens
- Stellenwechsel innerhalb des Betriebes

Die Form und der Inhalt eines Zwischenzeugnisses sollten dem eines Arbeitszeugnisses entsprechen.



Wann habe ich Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses habe ich immer Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.



Was muss in einem Arbeitszeugnis stehen?

Das Zeugnis muss auf einem offiziellen Firmenbogen erstellt, eine Überschrift enthalten, z.B. „Zeugnis“, und in äußerlich einwandfreien Zustand sein.
Die persönlichen Angaben, aber auch die Dauer des Arbeitsverhältnisses, müssen korrekt, sowie alle beruflichen Tätigkeiten ausführlich und genau beschrieben sein.
Die personenbezogene fachliche und innerbetriebliche Entwicklung, aber auch berufliche Fortbildungen sind in chronologischer Reihenfolge darzustellen.
Aus dem Zeugnis muss hervorgehen, auf wessen Veranlassung das Arbeitsverhältnis beendet wurde und am Ende das Ausstellungsdatum stehen.
Das Ausstellungsdatum sollte mit dem Datum des Ausscheidens aus dem Arbeitsverhältnis übereinstimmen. Das Zeugnis muss unterschrieben sein.



Wo liegt der Unterscheid zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis?


Das einfache Zeugnis enthält keine Angaben über Führung und Leistung, aber!, wenn ein Bewerber nur ein einfaches Zeugnis vorlegt, kann man in der Regel davon ausgehen, dass die Leistungen in diesem Arbeitsverhältnis mangelhaft waren bzw. es Vorkommnisse gegeben hat, deren Erwähnung der Zeugnisempfänger durch den Antrag auf ein "einfaches Zeugnis" vermeiden wollte.

 

 

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