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PRESSEERKLÄRUNG DER GEWERKSCHAFT DER SERVICEKRÄFTE VOM 2. 9. 2016

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03.09.2016

 

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Zum Artikel Krankenhaus – Hygiene: Streit um Sparkurs der Uniklinik in den LN vom 2.9.2016

 

In dem Artikel der Lübecker Nachrichten meldet sich Herr Kühhirt von der Gewerkschaft ver.di zu Wort. Er kritisiert, dass die Aufgabe der Zentralsterilisation von einer Billigtochter des UKSH übernommen werde und damit Hygienemängel bereits vorprogrammiert seien.

 

Diese strukturbezogene Aussage ist angesichts des Engagements der Mitarbeiter der Service Stern Nord in diesem Bereich, die aufgrund eines mit der Gewerkschaft der Servicekräfte geschlossenen Tarifvertrages gerade keine Billigtochter des UKSH darstellt, nicht nachvollziehbar.

 

Richtig ist, dass eine personelle Unterbesetzung vorhanden war und über einen längeren Zeitraum die von den Arbeitnehmern an den Arbeitgeber übermittelten Überlastungsanzeigen ignoriert wurden. Zwar wurde nunmehr der Personalstamm erhöht, allerdings bedarf es bis zur vollständigen Eingliederung der neuen Kolleginnen und Kollegen einer umfangreichen Einarbeitung. Der Arbeitsmarkt stellt Fachkräfte in diesem Bereich nicht zur Verfügung. Es ist daher zu erwarten, dass eine vollständige und qualitativ ausreichende Personalbesetzung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Die Kritik der Gewerkschaft ver.di, dass Billigtöchter am Universitätsklinikum Schleswig -Holstein zum Einsatz gelangen, entbehrt nicht einer gewissen Zynik. Herr Kühhirt wäre bei derartigen Aussagen gut beraten daran zu denken, dass die Tarifpolitik der Gewerkschaft ver.di den Boden für derartige Ausgliederungen überhaupt erst geebnet hat. Ein erheblicher Teil der Mitarbeiter der Service Stern Nord besteht aus Mitarbeitern des UK – SH, die nur deswegen eingesetzt werden können, weil die von der ver.di ausgehandelten Tarifverträge eine sogenannte Gestellung und damit eine Art Arbeitnehmerüberlassung der Stammitarbeiter des UK – SH ermöglichten.

 

Nunmehr an der Arbeitsleistung der Belegschaft Kritik zu üben, obwohl man zwecks Beschäftigungssicherung im UK – SH eine bewusste Politik wenigstens zur Duldung der Entstehung solcher Bereiche eingeschlagen hat, zeigt gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein erhebliches Maß sozialer Kälte.


Herrn Kühhirts Aussage lässt sich auf das Schlagwort: schlechter Lohn - schlechte Arbeit reduzieren.

 

Das ist in der Sache falsch. Die tariflichen Regelungen, für die die ver.di Verantwortung trägt, haben in vielen Servicegesellschaften zu einer Zweiklassengesellschaft geführt. Gestelltes – also nicht billiges - Stammpersonal der Kliniken erhält Leistungen nach öffentlichen Tarifverträgen und eine Zusatzversorgung. Für das Personal der Servicegesellschaften gelten zum Teil noch nicht einmal Tarifverträge. Seit Gründung verschiedener Servicegesellschaften ist auffällig, dass die Bereitschaft der ver.di, Tarifverträge zu schließen, äußerst gering ausfällt.

 

Herr Kühhirt disqualifiziert die Arbeitsleistung der Reinigungskräfte, Küchenmitarbeiter, Mitarbeiter der Logistik wie z.B. dem Patiententransport, die Wäscheversorgung, Mitarbeiter an den Pforten und Empfängen, Mitarbeiter im Sicherheitsdienst und der Betriebsfeuerwehr, dem Speisen und Bluttransport und der zentralen Sterilgutversorgung, ohne aus eigener Anschauung deren Arbeitsleistung überhaupt zu kennen. Die Kolleginnen und Kollegen haben diese Aussage mit Unverständnis zur Kenntnis genommen.

 

Man mag über die Sinnhaftigkeit von Ausgliederungen streiten. Sie sind jedoch Realität es ist nicht zu erwarten, dass diese Schraube am UK SH und anderen Kliniken zurückgedreht wird.

 

Es geht vielmehr darum, die Rahmenbedingungen für die Erbringung der für einen Krankenhausbetrieb unabdingbaren Serviceleistungen so zu gestalten, dass diese in einer für den Patienten notwendigen hohen Qualität durchgeführt werden können. Wenn die Politik die Maxime aufstellt, ein Krankenhaus der Maximalversorgung dürfe keinem wirtschaftlichen Druck unterliegen, dann muss dies angesichts der bestehenden Gesellschaftsverhältnisse (das UK – SH ist hundertprozentiger Gesellschafter der Service – Stern - Nord GmbH) auch auf die Tochtergesellschaften durchschlagen.

 

Angesichts der durch die Gewerkschaft der Servicekräfte für das Frühjahr 2017 aufzunehmenden Tarifverhandlungen wird sich erweisen, ob der unter anderem von Herrn Weber, MdL der SPD, bekundete politische Wille sich auch in tarifliche Regelungen gießen lässt.

 

Hier noch der Link zum Artikel

http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Krankenhaus-Hygiene-Streit-um-Sparkurs-an-der-Uniklinik

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