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In sozialen Netzwerken ist Vorsicht geboten

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29.09.2014

 

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Aus aktuellem Anlass möchten wir auf dieses Thema eingehen. Grundsätzlich hast du ein Recht auf freie Meinungsäußerung – egal wann und egal wo – auch und vor allem im Internet (z.B. Forum, Chat, Facebook, WhatsApp)!

 

Jedoch ist das Recht auf Meinungsfreiheit auch nicht ganz grenzenlos, sondern wird durch andere Gesetze teilweise beschränkt. Insbesondere stößt die Meinungsfreiheit an ihre Grenzen, wenn die gesagte Meinung gegen das Strafgesetzbuch ver­stößt, z.B. wenn du in einem Forum die Meinung äußerst, dass dein Chef „ein elender Kotzbrocken sei, der sowieso immer saublöd daher redet!“.

 

Ob du für eine solche Äußerung einen Abmahnung oder gar eine Kündigung erhältst, muss im konkreten Einzelfall überprüft werden. Nicht jede Äußerung, die den Vor­gesetzten, Kollegen oder betriebli­che Vorkommnisse kritisiert, stellt einen Verstoß gegen deine Pflichten aus dem Arbeitsvertrag dar. Aber auch die Frage, in welcher Si­tuation die betreffende Äußerung gefallen ist, zum Beispiel im Affekt oder nach vorausgegangenen Pro­vokationen, spielt dabei eine Rolle.

 

Unterhältst du dich mit Ar­beitskollegen oder Freunden oder chattest mit ihnen, darfst du nicht darauf vertrauen, dass deine Äußerungen nicht nach außen getragen werden! Nicht jeder Zuhörer oder Leser ist dein Freund. Äußerst du dich massiv ehrverletzend oder wer­den bewusst Lügen verbreitet, ist ein solches Verhalten in der Regel nicht hinnehmbar und kann eine Ab­mahnung oder im Einzelfall sogar eine (fristlose) Kündigung rechtfertigen. Nehmen wir also an, du äußerst bei Facebook, dass „eine Kollegin und ein Kollege ein Verhältnis haben, obwohl beide verheiratet sind“ und du dies nicht beweisen kannst, begibst du dich auf sehr dünnes Eis. Es ist dabei absolut nebensächlich, ob die Äu­ßerungen während der Frei- oder Arbeitszeit, bei WhatsApp oder Facebook gemacht hast. 

 

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Einige Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis, wie z. B. die sogenannte Treuepflicht, bestehen nämlich nach dem Feierabend weiter. Gehst du also nach dem Feierabend mit den Kollegen noch ein Bier trinken und du betitelst deine Firma als „Saftladen, in dem doch noch jeder Kunde über den Tisch gezogen wurde und du nur jedem halbwegs gescheitem Menschen empfehlen kannst, die Konkurrenz aufzusuchen!“, ist dies ein Verstoß gegen die Treuepflicht.

 

Bei hitzigen Debatten in Chats pas­siert es nicht selten, sei es bewusst oder unbewusst, dass vertrauliche Betriebs- oder Geschäftsgeheim­nisse offenbart werden. Auch dies kann eine Abmahnung oder in schwer­wiegenden Fällen sogar eine fristlose Kündigung ohne vor­herige Abmahnung rechtfertigen. Denn wenn z.B. ein Vorgesetzter rumerzählt, wieviel Minus oder Gewinn die Firma wieder gemacht hat oder wer als Nächster gekündigt wird, ist dies eine unerlaubte Weitergabe von Geheimnissen!

 

Vorsicht ist auch geboten, beim Kommentieren oder Liken von Beiträgen anderer Kolleg(inn)en! Denn auch diese können dir letztendlich zu Last gelegt werden, denn stehen darin grobe Beleidigungen oder Lügen, kann man an deinem „Gefällt mir“ nicht erkennen, dass du die geäußerten Beleidigungen nicht gut findest sondern nur den geschilderten Sachverhalt.

 

Deshalb sollten wir alle sehr verantwortungsvoll mit Äußerungen und Bekundungen über den Arbeitgeber, die Kollegen oder die Kundschaft in sozialen Netzwerken und in der Öffentlichkeit umgehen, denn auch wenn ein Gericht vielleicht für dich entscheidet, das Vertrauensverhältnis zum Chef kann nachhaltig gestört sein und ob eine unbedachte Äußerung, die vielleicht gar nicht so gemeint war, dies wert ist, kann man doch in Zweifel ziehen!

 

Kollegen bei der Arbeit

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