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Pressebericht über die GDS

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Pressebericht der Lübecker Nachrichten zur Gründung unserer Gewerkschaft

03.12.2010

 

UK S-H: Jetzt gibt’s eine neue Gewerkschaft
Lübeck - Die Arbeitnehmervertretung wirbt um die Servicekräfte am Uniklinikum – und will sich landesweit
aufstellen. Ver.di vermutet eine arbeitgeberfreundliche Gewerkschaft.


Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Die Frage „Wer vertritt Putzfrauen, Gärtner, Köche, Krankenträger am
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH)?“ wollen die Mitarbeiter der UKSH Service GmbH jetzt selbst
beantworten – und gründen eine eigene Gewerkschaft. Ein Affront für die etablierten Gewerkschaften. „Die
Mitarbeiter wollen nicht darum betteln, dass sie irgendjemand tarifrechtlich vertritt“, erklärt Gesamtbetriebsrat
Helmut Krüger die Stimmung unter den Beschäftigten.


Ver.di und IG Bau hatten sich im Vorfeld kräftig gezofft – und sich nicht über die Zuständigkeit einigen können. Das
DGB-Schiedsgericht erklärte im Sommer zwar Ver.di zum Verhandlungsführer von Tarifgesprächen, doch Ver.di
hat kaum Mitglieder in der UKSH Service GmbH (geschätzte 30 bis 40). „Die Leute vertrauen Ver.di nicht“, meint
Krüger. Die Gewerkschaft hat es jahrelang verpasst, einen Tarifvertrag für die Beschäftigten der
Servicegesellschaft auszuhandeln. Aber die IG Bau (500 bis 600 Beschäftigte) darf keine Tarifverhandlungen
mehr führen.


Die neue Gewerkschaft der Servicekräfte (GDS) soll am Montag gegründet werden. Krüger und seine 15 bis 20
Mitstreiter gehen davon aus, dass sie 300 bis 400 Mitglieder gewinnen werden. Außerdem soll die GDS nicht
nur für die Mitarbeiter der UKSH Servicegesellschaft offen sein. „Wir wollen landesweit antreten, gegebenenfalls
auch bundesweit“, so Krüger. Unterstützung kommt vom Kieler Rechtsanwalt Stephan Hofmann. Der geht davon
aus, dass es „um mehrere 100 000 Beschäftigte gehen wird“. Denn in der deutschen Kliniklandschaft ist es
mittlerweile üblich, die Servicekräfte in eine eigene Gesellschaft auszugründen – und ihnen weniger Geld zu
bezahlen. „Diese GmbHs sind zum Niedriglohn-Bereich des öffentlichen Dienstes geworden“, kritisiert Hofmann.
Es gibt dort aber keine einheitlichen Tarifstrukturen. Das solle die neue Gewerkschaft der Servicekräfte ändern.
Ver.di beäugt die Neugründung der GDS misstrauisch. „Ich fürchte, dass hier eine Gewerkschaft mit dem Segen
des Arbeitgebers entsteht“, sagt Landesfachgruppenleiter Steffen Kühhirt. Am Mittwoch haben die Tarifgespräche
mit dem UKSH-Vorstand für die Servicegesellschaft begonnen. Gleichzeitig solle nun eine neue Gewerkschaft
gegründet werden. „Das hat ein gewisses Geschmäckle.“ Doch auch fernab der aktuellen Situation glaubt Kühhirt
nicht, „dass das Modell der Kleinstgewerkschaften funktioniert“. Eine Gewerkschaft müsse genügend Geld haben,
um den Lohnausfall bei einem Streik bezahlen zu können. Die Servicekräfte gehören zu den Geringverdienern, da
sei es schwer, eine Streikkasse zu füllen.


Ver.di-Sprecher Jan Jurczyk wird noch deutlicher. Nach seinen Informationen will die neue Gewerkschaft die
Tarife absenken. „Damit verfolgt sie das Geschäftsmodell der Schwarzen Schafe unter den Arbeitgebern – und
wird nicht lange überleben.“ Außerdem würden etliche Service GmbHs in Kliniken von Ver.di vertreten. Doch in der
derzeitigen tarifpolitischen Großwetterlage komme die Gründung neuer Gewerkschaften häufiger vor.
Die IG Bau sieht es ähnlich. „Die Gründung einer abgespaltenen Gewerkschaft nützt vor allem dem Arbeitgeber“,
erklärt Sprecher Ruprecht Hammerschmidt. Er appelliert an alle IG-Bau-Mitglieder, in einer Gewerkschaft des
DGB-Dachverbandes zu bleiben, zu dem auch IG Bau und Ver.di gehören.


Der Vorstand des UKSH sieht den Kampf gelassen. Dass die GDS eine arbeitgeberfreundliche Gewerkschaft
sei, „ist uns nicht bekannt“, erklärt UKSH-Chef Jens Scholz. „Wir halten uns da raus.“ Zudem sitze die
Geschäftsführung jetzt mit Ver.di am Verhandlungstisch zur Service GmbH. Mit Ver.di führt der Vorstand auch
Tarifgespräche über die 6500 Beschäftigten direkt am UKSH (wie Krankenschwestern). Scholz: „Wir haben mit
Ver.di keine schlechten Erfahrungen gemacht.“ Außerdem existiere die neue GDS noch nicht. Scholz: „Vielleicht
haben wir schneller einen Tarifabschluss, als dass die neue Gewerkschaft sich gegründet hat.“


Quelle ln-online/lokales vom 03.12.2010 

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