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Klinikrente - wie aus guter Absicht Ernüchterung wurde

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06.10.2016

 

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Die UKSH Servicegesellschaft mbH / Service Stern Nord GmbH wurde Anfang 2005 gegründet. Im Jahre 2006 kam die damalige Geschäftsführung auf die Idee, für die Beschäftigten eine Altersvorsorge in Form einer Klinikrente einzuführen. 

Diese Klinikrente beruhte auf der Basis einer Direktversicherung. Es wird also ein Teil des Gehaltes vorweg abgezogen, bevor die Steuern und Sozialabgaben berechnet werden. 

Das Unternehmen gab auch noch einen Bonus von 20% zu dieser Summe hinzu. Das sah insgesamt nach einer sehr guten Rendite für den Beschäftigten aus. Die Versicherungsvertreter warben mit dem Slogan „ Mache aus 1 Euro - 2 Euro“.

Jetzt erweist sich dies als nicht mehr lukrativ.

 

In 2004 veränderte der Gesetzgeber im Rahmen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) plötzlich rückwirkend die Spielregeln - ein Schachzug, der Neu-Rentner immer wieder kalt erwischt.

Betroffen davon sind nicht nur Betriebsrenten aus einer Direktversicherung, sondern auch solche aus Versorgungswerken, Pensionsfonds oder Riester-Verträgen, die über den Arbeitgeber laufen

Was in der Einzahlungsphase so verlockend klang, wird im Alter meist zum Draufzahlgeschäft.
Wer garantiert immer davon profitiert, sind die Versicherer.

Was ist der Nachteil?

Seit 2004 müssen alle gesetzlich Krankenversicherten auf alle Leistungen, die sie erhalten (Rente / Kapitalabfindung) den vollen Beitragssatz auf zehn Jahre verteilt zahlen, also sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeber-Anteil. Dazu kommt noch volle Versteuerung wie beim Einkommen.

Besonders bitter: Hätten die Betroffenen eine Lebensversicherung privat und nicht über den Chef als Versicherungsnehmer angespart - oder wären sie privat krankenversichert -, würden sie von den Sozialversicherungen gar nicht zur Kasse gebeten. Nicht mit einem Cent.


Bei Sozialverbänden und Verbraucherzentralen häufen sich denn auch die Beschwerden erboster Rentner. Vereine - wie der Verband der Direktversicherungsgeschädigten - laufen gegen die Pflichtabgabe unverdrossen Sturm – obwohl die meisten Klageverfahren bereits höchstrichterlich abgeschmettert wurden. An dem Gesetz ist nicht zu rütteln.


Lohnt sich die Klinikrente (Direktversicherung) überhaupt noch?

Die Klinikrente ergibt eigentlich keinen Sinn mehr, auch wenn das Unternehmen 20% dazu gibt. Die Krankenkasse steht dann auf der Matte und hält die Hand auf: Gesetzlich Versicherte müssen auf ihre Betriebsrente den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag zahlen. Derzeit macht die Einbuße fast ein Fünftel aus - Tendenz steigend, da die Lebensversicherer aufgrund der Null – Zins – Politik der EZB den versprochenen Zinssatz nicht mehr garantieren können. In jedem Fall bekommen Versicherte viele Tausend Euro weniger heraus, als all die Jahre erhofft. Dazu kommt - jeder, der ab 2040 in Renten geht, muss seine Alterseinkünfte zu hundert Prozent versteuern. Die Steuerfreiheit der Direktversicherung gilt nur für die Ansparphase, bei der Auszahlung nicht mehr.

Was der Staat im Arbeitsleben fördert, zahlt der Arbeitnehmer als Rentner wieder zurück!!!


Was nun?

Direktversicherungen sind vom Arbeitnehmer nicht kündbar, da der Arbeitgeber Versicherungsnehmer ist. Man sollte sich bei dem Versicherer genau erkundigen, was bei der Auszahlung tatsächlich nach allen Abgaben übrigbleibt. Des Weiteren sollte man dann prüfen, ob man seinen Vertrag beitragsfrei stellen kann.

 

Hier noch ein interessanter Bericht dazu:

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-das-rentendebakel-100.html

 

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