Warum gibt es die Gewerkschaft der Servicekräfte

Die UK S-H Service Gesellschaft mbH in
Lübeck und Kiel wurde am 01. Januar
2005 gegründet. Seit dieser Gründung
wurde die Belegschaft nach den einseitig
vom Arbeitgeber erlassenen AVR (Allgemeine
Vertragsregelungen) entlohnt.
Diese Entgelte waren für die geleistete,
durchweg schwere Arbeit zu gering. Daher
forderte die Belegschaft eine Verbesserung
des Entlohnungssystems und eine
Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Im Jahre 2006, als in Lübeck und in Kiel
die Betriebsräte gewählt waren, wandten
sich diese an die Gewerkschaft ver.
di, die für die Mitarbeiter des UK S-H
zuständige Gewerkschaft und forderten
diese auf, für die Belegschaft der
UK S-H Service Gesellschaft mbH einen
Tarifvertrag zu verhandeln. Es wurde
seitens der Gewerkschaft ver.di Anfang
2008 immer wieder behauptet, dass für
die Töchter des UK S-H, also auch für
die UK S-H Service Gesellschaft mbH,
ein Tarifvertrag von ihnen verhandelt
werde.
Erst zu diesem Zeitpunkt, also
Anfang 2008, musste uns die
Gewerkschaft ver.di eingestehen,
dass sie all die Jahre die
Belegschaft belogen hat, denn
es wurde tatsächlich kein Tarifvertrag
für die UK S-H Service
Gesellschaft mbH verhandelt.
Eine Schande und ein Skandal
der seinesgleichen sucht.
Daraufhin haben sich die Mitarbeiter und
die Betriebsräte an die Gewerkschaft
IG BAU mit der Forderung gewandt,
einen Tarifvertrag für die Mitarbeiter
der UK S-H Service Gesellschaft mbH
mit dem Arbeitgeber zu verhandeln.
Nachdem viele Mitarbeiter als Mitglied
in der IG BAU eintraten, wurde ein Organisationsgrad
von ca. 60% erreicht.
Mit der Stärke und der Macht dieser Mitglieder
hat die IG BAU im Jahre 2008
erfolgreich einen Firmentarifvertrag verhandeln
können, der am 01.01.2009 in
Kraft trat.
Nach Inkrafttreten des Tarifvertrages
hatte sich die Gewerkschaft ver.di an
die Geschäftsleitung der UK S-H Servicegesellschaft
mbH mit der Forderung
gewandt, den Tarifvertrag umgehend zu
annullieren, da angeblich sie, die Gewerkschaft
ver.di, die allein zuständige
tarifpolitische Gewerkschaft für das UK
S-H und deren Töchter sei. Dieser Forderung
war der Arbeitgeber allerdings
nicht nachgekommen, da er der Auffassung
war, dass die IG BAU die rechtmäßige
tarifpolitische Gewerkschaft in der
UK S-H Service Gesellschaft mbH war.
Daraufhin rief die Gewerkschaft ver.
di das DGB-Schiedsgericht an, um für
sich die tarifpolitische Position klären
zu lassen. Im April 2009 fand die erste
DGB-Schiedsgerichtsverhandlung statt.
Bei dieser DGB-Schiedsgerichtsverhandlung
wurden weder die Meinungen noch
die Wünsche der Beschäftigten, die zum
großen Teil Mitglieder in der IG BAU waren,
hinterfragt oder gar berücksichtigt.
Diese DGB-Schiedsgerichtsverhandlung
sollte ausschließlich eine Machtdemonstration
der Gewerkschaft ver.di werden.
Anders kann man sich nicht erklären,
warum die DGB-Gewerkschaft ver.di
so die DGB-Schwestergewerkschaft IG
BAU demontieren wollte. Es wurde völlig
vernachlässigt, was die Aufgaben
und Ziele einer Gewerkschaft sein sollten,
nämlich sich vordringlich um die
Belange und Rechte der Arbeitnehmer
und Gewerkschaftsmitglieder gegen die
Arbeitgeber einzusetzen und überdies
Tarifverträge zu verhandeln. Als Ergebnis
kam ein Vergleich für beide Gewerkschaften
heraus, mit dem eventuell auch
die Mitglieder der IG BAU hätten leben
können. Aber die Gewerkschaft ver.di
wollte diesen Vergleich nicht annehmen.
Am 05.07.2010 fand eine zweite, von
der Gewerkschaft ver.di veranlasste
Schiedsgerichtsverhandlung des DGB –
Schiedsgerichtes statt und endete mit
einem Urteil. Das Urteil dieser DGB -
Schiedsgerichtsverhandlung besagte,
dass der Gewerkschaft ver.di die alleinige
organisations- und tarifpolitische Zuständigkeit
innerhalb des DGB für die UK
S-H Service Gesellschaft mbH zuerkannt
wurde. Der Gewerkschaft IG BAU wurde
aufgegeben, in diesem Unternehmen
nicht mehr als zuständige Gewerkschaft
in Erscheinung zu treten. Es wurde einfach
eine Entscheidung über die Köpfe
der Beschäftigten hinaus getroffen ohne
auf deren Bedürfnisse einzugehen.
Alsbald stritten sich die verbliebenen
Gewerkschaften ver.di und die Gewerkschaft
komba per Flugblatt darüber,
wie der Kuchen d.h. die Mitglieder der
IG Bau aufgeteilt werden. Bizarrerweise
versuchte die ver.di diesen Streit um
die Mitglieder der IG BAU mit billigen
Armbanduhren, Geldtaschen und einem
Flachbildfernseher für sich zu entscheiden.
Sie berücksichtigten dabei nicht,
dass die Mitarbeiter mündige Bürger/innen
sind und dass Entscheidungen, die
sie betreffen, auch nur von ihnen getroffen
werden können.
Eine der mündigen Entscheidungen von
24 Mitarbeitern war am 06.12.2010,
nach dem Grundgesetz Artikel 9 Abs. 3,
eine eigene Gewerkschaft zu gründen,
damit sie selber einen wirksamen Druck
und Gegendruck ausüben können, so
dass sich ihr sozialer Gegenspieler (der
Arbeitgeber) veranlasst sieht, auf Verhandlungen
über den Abschluss einer tariflichen
Regelung der Arbeitsbedingungen
einzugehen und es zum Abschluss
eines neuen Tarifvertrages kommt.